Unberührte Natur in Idaho
Zerklüftete Gebirgszüge, schneebedeckte Gipfel, kristallklare Bergseen und reißende Flüsse: An der vielerorts fast unberührten Natur Idahos kann sich kaum ein Urlauber satt sehen. Nur 1,5 Millionen Menschen leben in dem nordwestlichen US-Bundesstaat, dessen Fläche ungefähr der von Großbritannien entspricht. Etwa sechs Einwohner kommen auf einen Quadratkilometer zum Vergleich: In Deutschland leben im Schnitt 231 Menschen auf der gleichen Fläche.
So wundert es kaum, dass vor allem Abenteurer und Wanderer nach Idaho kommen. In der einsamen Wildnis der Rocky Mountains, die fast das ganze Land durchziehen, gibt es quasi an jeder Ecke etwas zu entdecken.
Beeindruckende Wasserfälle
Tosende Wasserfälle stürzen steile Felswände hinab. Die beeindruckendsten ihrer Art finden Besucher nahe der Stadt Twin Falls, an der Interstate 86: Das Wasser der hufeisenförmigen Shoshone Falls überwindet 63 Meter Höhenunterschied. Der Sprühnebel, der dabei entsteht, ist noch zwei Kilometer weiter zu spüren. Besucher kommen jedoch nur im Frühjahr in den Genuss dieses Schauspiels, da das Wasser des Snake Rivers vor den Fällen aufgestaut wird. Im Sommer ist oft nicht einmal ein Rinnsal zu entdecken.
Wer Twin Falls in südlicher Richtung verlässt und dann Oakley durchquert, kommt nach einer holprigen Fahrt durch staubige Wüste, in die City of Rocks. Scheinbar wie aus dem Nichts ragen dort bizarre Felsen in den Himmel. Wie Flammen, riesige Schädel, Drachen und Indianerköpfe sehen die Steinformationen aus, die für Bergsteiger ein wahres Paradies sind. Zwischen den Felsen ist freies Campen erlaubt und dieses Angebot sollte man unbedingt nutzen. In klaren Nächten, in denen die Sterne und der Mond das einzige Licht und das Zirpen der Grillen das einzige Geräusch sind, scheint man der einzige Mensch an diesem traumhaften Ende der Welt zu sein.
Der tiefste Canyon Nordamerikas
Im Westen von Twin Falls, bei American Falls, tauchen Urlauber in die fantastische Welt der Crystal Ice Cave ab. 49 Meter unter der Oberfläche, bei konstanten Null Grad, ist ein unterirdischer Fluss, samt Wasserfall zu ewigem Eis erstarrt. Nördlich der Höhlen ging es einst alles andere als frostig zu: Das Craters of the Moon National Monument zeigt in beeindruckender Weise, welche Kräfte Vulkane haben. 15.000 Jahre lang haben hier Lavaströme die Pflanzen- und Tierwelt geprägt.
Gen Westen, an der Grenze zu Oregon, fließt der Snake River durch den tiefsten Canyon Nordamerikas. Nicht ohne Grund trägt er den Namen Hells Canyon. Viele Teile der bis zu 2.436 Meter tiefen Schlucht sind mit dem Auto nicht und selbst für geübte Wanderer nur schwer zu erreichen. Es gehört schon ein wenig Mut dazu über schmale, unbefestigte Wege bis zu den Abbruchkanten vorzudringen dafür wird man mit einem atemberaubenden Blick über wüstenähnliche Täler, grüne Flussufer und bewaldete Berghänge belohnt. Ausgehend vom Besucherzentrum in Hells Canyon Dam können Abenteurer bei Rafting-Touren die Schlucht aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Mit etwas Glück sieht man dabei Bären, Hirsche und Bergziegen. Wildnis pur!
Heiße Quellen
Ein weiteres landschaftliches Merkmal von Idaho sind die heißen Quellen. Etwa 100 von ihnen verteilen sich über das ganze Land. Die 77°C heißen Warm Springs, nahe der Hauptstadt Boise, werden zum Beheizen von Wohnhäusern genutzt, anderen Quellen wird eine heilende Wirkung nachgesagt.
Wer eine Pause von der rauhen Natur braucht, kann in Boise Geschichte und Kunst genießen. Seit dem Goldrausch im 18. Jahrhundert ist die Stadt Idahos kulturelles und wirtschaftliches Zentrum zahlreiche Museen erzählen von ihrer bewegten Vergangenheit und Gegenwart.
Der Edelsteinstaat
Im Capitol, einem prächtigen Bau aus Sandstein und Marmor, werden wertvolle Edelsteine ausgestellt, die Idaho den Beinamen Der Edelsteinstaat eingebracht haben.
Folgen Sie dem Ruf der rauhen Wildnis der Rocky Mountains! Um die oftmals großen Distanzen schnell und sicher zu überwinden, ist ein eigenes Auto unabdingbar.