Ein Stück Heimat in der Ferne. Germantown, Kiel, New Berlin und New Holstein heißen die kleinen Orte, die erahnen lassen, dass Wisconsin einst ein beliebtes Land für deutsche Auswanderer war. Noch heute stammt rund die Hälfte der Einwohner von Deutschen ab. Das Old World Wisconsin bei Eagle, im Norden von Wisconsin, zeigt, wie deutsche und skandinavische Einwanderer im 19. Jahrhundert in Amerikas Molkereistaat lebten. Und auch die Landschaft ähnelt vielerorts der von Deutschland.
Ganz im Norden grenzt der US-Bundesstaat an den Oberen See. Hier erstreckt sich das Naturschutzgebiet Apostle Islands National Lakeshore. Dessen Küstenwelt erinnert ein wenig an die Mecklenburgische Seenplatte, mit 21 Inseln, in deren Windschatten man herrlich segeln, paddeln und angeln kann. Geführte Touren bringen Besucher zu den schönsten des kleinen Eilandes.
Doch nicht nur rund um die Apostle Islands spielt Wasser eine große Rolle, denn Wisconsin ist durchzogen von zahlreichen Flüssen, rauschenden Wasserfällen und etwa 15.000 Seen. Im Sommer werden vielerorts mehrtägige Rafting- und Paddeltouren angeboten die schönste und ursprünglichste Art, das Land im Norden der USA kennen zu lernen. Besonders beliebt sind die engen, von Flüssen durchzogenen, Schluchten der Dells im Süden. Aufmerksame Reisende können Hirsche, Bären, Biber und Kojoten an den grünen Ufern entdecken.
In Baraboo, südlich der Dells, erwartet Tierliebhaber außerdem eine ganz besondere Einrichtung. Die weltweit einzigartige, internationale Kranich-Stiftung züchtet 15 Kranicharten, zieht sie auf und lässt sie dann frei. Im Frühjahr können Besucher den Mitarbeitern bei der Pflege junger Kraniche zuschauen.
Südlich von Baraboo tauchen Reisende in eine fantastische, farbenprächtige Welt ein. Das Haus auf dem Felsen ist ein weltberühmtes Museum in Spring Green. Über eine Million Besucher bewundern hier jedes Jahr das größte Karussell der Welt. Der Unendliche Raum ist eine, knapp 67 Meter lange, Glaskonstruktion, die aus 3.264 Fenstern besteht und von einem Felsen ins Wisconsin Valley hinausragt, 47 Meter über dem Boden. Unweit des Museums wartet eine weitere Zauberwelt, Taliesin, das Wohnhaus des Architekten Frank Lloyd Wright, der es meisterhaft verstand Architektur und Natur miteinander zu verbinden. In den gesamten 50 Jahren, in denen er in Taliesin lebte, baute er das Haus immer weiter aus. Auf einem zweistündigen Rundgang können das Wohnhaus und zahlreiche weitere Bauwerke, wie die Romeo-und-Julia-Windmühle, das Tan-y-deri-Haus sowie die Gärten von Taliesin, besichtigt werden.
Man muss kein Kunstkenner sein, um sich für die beeindruckenden Werke in und um Green Spring zu begeistern.
Auch in der östlich von Spring Green gelegenen Hauptstadt von Wisconsin hat Frank Lloyd Wright seine Spuren hinterlassen - viele Kirchen und Hotels wurden von ihm entworfen. Obwohl Madison mit 200.000 Einwohnern eher einer Kleinstadt gleicht, bietet sie viel Abwechslung. Im Olbrich Botanical Garden beheimatet eine gläserne Pyramide Orchideen, einen Wasserfall, einen versunkenen Garten und freifliegende Vögel. Im angeschlossenen Rosengarten blühen 75 verschiedene Arten der Blume der Liebe.
Im Regierungsgebäude würde sich wohl jeder Besucher am liebsten auf den Boden der großen Haupthalle legen und das riesige Deckengemälde, in der 60 Meter hohen Kuppel auf sich wirken lassen.
Auch Milwaukee am Ufer des Lake Michigan, bietet Dinge zum Staunen im wahrsten Sinne des Wortes, denn im Milwaukee Public Museum gibt es neben wechselnden Ausstellungen die Dauerausstellung A Sense of Wonder Dinge zum Staunen. Meteoriten, Riesentintenfische und exotische Insekten sind einige der Themengebiete, die nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen. Die größte Stadt des Landes ist außerdem Heimat einiger Brauereien, die von Deutschen gegründet wurden. Bei einem Pitcher (Krug) frisch gezapften Biers kann man sich so wieder auf die Heimreise einstimmen.
Kunst, Kultur und Natur: Entdecken Sie die Wunder von Wisconsin!