Die Stadt Philadelphia ist für die Vereinigten Staaten gleichbedeutend mit der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776, dem Geburtstag ihrer Nation. Im Independence National Historic District, den manche die historisch bedeutsamste Quadratmeile Amerikas nennen, sind alle historischen Wahrzeichen vereint; zum einen die Independence Hall, in der die Unabhängigkeitserklärung und die amerikanische Verfassung aufgezeichnet und proklamiert wurden, zum anderen die Liberty Hall, die das Kronjuwel der Nation, die Liberty Bell bewahrt. Die legendäre Glocke mit dem Riss hing ursprünglich in der Independence Hall, wo sie bei der Verkündung der Unabhängigkeit, das neue Zeitalter für die frischgebackene Nation einläutete. Selbst in unserer Zeit ist sie ein starkes, internationales Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit. Nach ihrem Vorbild entstand die Berliner Freiheitsglocke und große Männer, wie der Dalai Lama und Nelson Mandela, setzten mit dem Besuch der Liberty Bell, ein klares Zeichen für Frieden und Freiheit.
Ebenso untrennbar ist Philadelphia mit Benjamin Franklin verknüpft, dem großen Politiker, Erfinder und Philosophen. Er vollbrachte im Laufe seines langen Lebens nicht nur Großes für die Stadt, sondern für die gesamte junge Nation. Auf ihn gehen die erste Leihbibliothek, die Stadtreinigung, die Freiwillige Feuerwehr, die Gründung eines Krankenhauses und der Universität zurück. Zudem war er maßgeblich an der Unabhängigkeitserklärung und der amerikanischen Verfassung beteiligt. Auf Franklins Grabmal im Christ Church Burial Ground liegen immer wieder Kupfermünzen, die an seinen Ausspruch Jeder gesparte Penny ist ein verdienter Penny! erinnern.
Der Name Philadelphia bedeuet brüderliche Liebe, gebildet aus den griechischen Worten philos, Liebe, Freundschaft und adelphos Bruder. Denn der englische Quäker William Penn, der die Stadt 1682 gründete, wollte einen Ort schaffen, in der jedermann, ungeachtet seines Glaubens, friedlich leben und frei seine Religion ausüben konnte.
Im 19. Jahrhundert stieg Philly, wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen, zur Industriestadt auf, was ihr ein schmutzig-graues Aussehen gab. Mittlerweile sind rauchende Schlote aus dem Stadtbild verschwunden und viele der unschönen Fassaden wurden durch riesige, farbenfrohe Wandbilder geschmückt. Manchmal Kunst, manchmal Kitsch, gibt das in den 80ern ins Leben gerufene Mural Project seinen Bewohnern damit die Möglichkeit, aktiv und kreativ ihren Lebensraum mitzugestalten. So ist Philly mit seinen 2.500 Murals die größte Freilluftgalerie Amerikas und für Bewohner und Besucher ein anregender und attraktiver Ort.
Neben den vielen Museen und Attraktionen ist der Reading Terminal Market, die riesige Markthalle in der Innenstadt, ein beliebtes Ziel für Einheimische wie Touristen. Hier kann man sich genussvoll an frischen Lebensmitteln aus aller Welt und anderen Waren erfreuen, um danach in einem der Top-Restaurants am Platz, ein lukullisches Mahl zur Stärkung einzunehmen. Vielleicht probieren Sie das berühmte Philly-Cheesesteak, eine leckere Fastfood-Varietät, die in den 30er Jahren kreiert wurde. Frisch gestärkt kann man wunderbar in deiner Fülle von Boutiquen auf Schnäppchenjagd gehen, denn im Bundesstaat Pennsylvania existiert ein überaus frauenfreundliches Gesetz, das verbietet, beim Verkauf von Kleidern Steuern zu erheben!
Philadelphia hat unendlich viel zu bieten und eignet sich auch hervorragend, die anderen Metropolen der Ostküste zu besuchen. Die südwestlich gelegene US-Hauptstadt Washington D.C. oder das etwa 150 km nordöstlich gelegene New York. Jedoch ist es ratsam, eher auf die verkehrsärmeren Interstate Routes auszuweichen, denn die großen Autobahnen in den Ballungsräumen, sind die verkehrsreichsten der USA.