So wie Hunderttausende dem Lockruf des Goldes folgten, als man in der Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Nugget Kaliforniens fand, so folgten Ende des 20. Jahrhunderts ebenso viele den Verlockungen der Computertechnologie.
Der Gold Rush machte jedoch nur ganz wenige wirklich reich. Der Silicon-Rush ernährt jedoch bis heute die Region. Im Santa Clara Tal, im Süden der San Francisco Bay gelegen, siedelten sich nach und nach immer mehr Halbleiter-, Computer- und Softwareunternehmen an, die hier das große Los zogen und es unter dem Namen Silicon Valley weltberühmt machten.
Das Gebiet hat die weltweit höchste Konzentration an High-Tech-Unternehmen. Wenn der große Hype auch längst vorbei ist, die Möglichkeiten neuer Innovationen sind noch lange nicht erschöpft. Nach wie vor werden hier Arbeitsplätze geschaffen. San José, die drittgrößte Stadt Kaliforniens, nennt sich deshalb stolz The Capital of the Silicon Valley. Großunternehmen, wie z.B. Adobe Systems und ebay, haben hier ihren Sitz und in keiner Stadt werden jährlich mehr US-Patente angemeldet.
Durch den High-Tech-Boom hat sich die Population der Stadt in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Zuwanderer aus allen Teilen der Welt kamen, um sich ihren Teil des großen Kuchens zu holen. Die Bevölkerung wuchs so rasant, dass hier, im Gegensatz zu anderen Großstädten, erst gar keine Ghettos entstehen konnten. Heute leben an die 200 verschiedene Nationalitäten und Volksgruppen in der Metropole, die ihre Religion in Tausenden von Glaubenszentren und Kirchen ausüben. So machen Minderheiten heute zwei Drittel der Bevölkerung aus, was ein friedliches Miteinander ermöglicht. Ob zu Bildung, Politik oder Kultur den Zuwanderern stehen alle Türen offen, was San Jose zu einem Musterbeispiel erfolgreicher Integrationspolitik macht und zur ersten wahrhaft multiethnischen Demokratie der Welt wie es Bill Clinton einmal so treffend formulierte.
El Pueblo De San José De Guadalupe, im Jahr 1777 von einem Bauernverbund gründetet, war die erste kalifornische Siedlung, die nicht aus einer Mission oder einem Militärposten erwuchs, und auch Kaliforniens erste Hauptstadt. Stolz bewahrt San José die Artefakte seiner so jungen Geschichte. Liebevoll restaurierte Gründerzeitbauten findet man im Zentrum allerorts. Meist sind es hübsche, viktorianische Wohnhäuser mit hell getünchten Wänden, zierlichen Erkern, idyllischen Veranden, strahlend weißen Gartenzäunen und gepflegten Vorgärten, die den Betrachter ins 19. Jahrhundert zurückversetzen. Ebenso stolz sind die Bewohner auf ihre Fastfood-Kultur und stellen auch die historischen Stätten ihrer Verbreitung unter Denkmalschutz. Da entdeckt man schon mal einen Hot-Dog-Stand in Brötchenform aus den 30er, oder einen Mac Donalds Drive-In aus den 50er Jahren.
Begünstigt durch den wirtschaftlichen Aufschwung und ihre Lage südlich der San Francisco Bay, in einer, an Naturwundern so reichen Landschaft, besitzt die Stadt eine sehr hohe Lebensqualität, die sich zudem über die höchsten Sicherheitsrate unter allen US-Großstädten erfreut. An einem Ort, der solche Vielfalt an Ausbildungs-, Erholungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für alle bereithält, leben wohl zufriedenere Menschen.
Von all dem profitieren zweifellos auch die Besucher, die von San José aus Entdeckungsreisen zu den wunderbarsten Orten unternehmen können. Ob San Francisco oder die Redwood Forests, mit ihren bis zu 1000-jährigen Baumveteranen überall vor allem auf panoramareichen Landstraßen, jenseits der Highways warten Kostbarkeiten auf den, der sie entdecken möchte.